Horst Schlämmer hatte „Rücken“. Unser Land hat „Brücken“, ein Brückenproblem. Wir finden nur noch schwer oder gar nicht mehr zueinander. Über 50% aller Brücken in Deutschland sind marode oder sanierungsbedürftig. Hätte man beim Bau dieser Brücken die Jahreslosung von 2024 ernstgenommen: „Alles was ihr tut, geschehe mit Liebe und Sorgfalt“ hätten wir diese Probleme wohl nicht. So musste die Jahreslosung von 2025 greifen: „Prüfet alles und das Gute behaltet!“. Das Ergebnis war niederschmetternd und mündete in der Jahreslosung von 2026: „Siehe, ich mache alles neu!“
Soweit der als Liedermacher bekannte Pfarrer Clemens Bittlinger zu dem von der Ökumenischen Arbeitsgemeinschaft für Bibellesen ausgesuchten Bibelvers, der uns durch dieses Jahr begleiten soll.
Wie Brücken zu neuen Ufern können Taufen, Trauungen und Trauerfeiern sein, bei denen wir von Gott Kraft, Mut und Hoffnung zugesprochen bekommen, damit etwas positiv neu werden kann in der neuen Lebenssituation, für die wir Gottes Schutz erbitten. Gut, wenn wir das auch danach pflegen, z.B. durch Bibellesen, Beten und den Besuch „normaler“ Gottesdienste.
Oscar Wilde meinte: „Am Ende wird alles gut! Und wenn es noch nicht gut ist, dann ist es noch nicht das Ende.“ Am Ende des letzten Buches der Bibel (Offenbarung 21,5) steht die Verheißung von Gottes neuer Welt, wo er alles neu macht, wo kein Leid und kein Tod mehr sein wird. Wo Gott uns erst einmal persönlich alle Tränen (nicht nur wegen „Rücken“) abwischen wird.
Mögen wir 2026 immer wieder neu Brücken bauen und sie pflegen, z.B, in der Nachbarschaft und nicht zuletzt zur Ev. Bonhoeffer-Gemeinde Marxloh-Obermarxloh und zur Ev. Kirchengemeinde Neumühl, mit denen wir 2027 zusammen eine Kirchengemeinde werden wollen.
Gottes Segen 2026 wünscht Ihnen mit herzlichen Grüßen
Pfarrer Hanno Nell